Washington/Teheran. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit einem beispiellosen „Wirtschaftskrieg“ gedroht, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
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Trump droht Iran mit „Wirtschaftskrieg“: Was steckt dahinter?
US-Präsident Donald Trump hat via Truth Social einen beispiellosen „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran angekündigt und zugleich Länder, Banken und Unternehmen mit massiven Sanktionen bedroht. Reaktionen aus Teheran, dem Golf und Washington fallen unterschiedlich aus.
In dem Posting nannte Trump die geplante Aktion die „verheerendste Wirtschaftsoperation, die jemals gegen ein Land durchgeführt wurde“ und sprach von einem beispiellosen Wirtschaftskrieg.
„Die verheerendste Wirtschaftsoperation, die jemals gegen ein Land durchgeführt wurde.“
Donald Trump, US‑Präsident · Truth Social
Er bezeichnete den Plan außerdem als einen „wirtschaftlichen D‑Day“ in Anlehnung an die Landung 1944. Trump warnte ausdrücklich, dass jedes Land, das mit dem Iran Geschäfte macht, mit gewaltigen wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen müsse; namentlich nannte er aber keine Staaten.
Wer ist konkret gemeint?
In seiner Drohung richtete Trump sich auch gegen Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden jener Länder, die den Iran unterstützen würden. Analysten verweisen darauf, dass damit vor allem Staaten gemeint sein könnten, die weiterhin iranisches Öl beziehen, etwa Russland, Indien und China.
Ölexporte sind die wichtigste Einnahmequelle des iranischen Regimes, was Sanktionen gegen Ölflüsse als besonders wirksam erscheinen lässt. Die konkrete Umsetzung der Drohung und die Liste der betroffenen Länder blieb offen; Beobachter weisen auf diese Unklarheit hin.
Reaktionen und Gegenwehr
Die iranischen Medien zeigten sich laut Berichten weitgehend unbeeindruckt von Trumps Äußerungen. Die iranische Agentur Fars beschrieb Trumps Aussagen als psychologische Kriegsführung und Propagandakampagne und verwies auf frühere Vorhersagen vom baldigen Zusammenbruch des Irans.
Die Agentur Tasnim kommentierte, US‑Versuche, wirtschaftliche Beziehungen zum Iran zu unterbinden, seien nichts Neues; Tasnim betonte zugleich, Iran habe gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen. Der iranische Generalstabschef Ali Abdollahi drohte den Golfstaaten, jede Unterstützung des US‑Militärs als Beteiligung an Angriffen zu werten und äußerte, die Präsenz zahlreicher US‑Militärflugzeuge könne nicht ohne Wissen der Gastländer erfolgen; Abdollahi sagte außerdem, man sei sich der Lage voll bewusst.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, die Straße von Hormus werde geschlossen bleiben.
Ökonomische Folgen und regionale Bruchlinien
Die Sperrung der Straße von Hormus hat bereits seit Monaten die Preise für Sprit und Düngemittel steigen lassen; weltweit zahlen Verbraucher höhere Preise.
Vor dem Ausbruch des Krieges konnten Handelsschiffe die Meerenge noch ungehindert passieren; heute gilt die Straße als wichtiger Trumpf des Iran.
Der Konflikt dauert inzwischen fast sechs Monate, und Teheran hat bislang kaum Anzeichen gezeigt, von seiner Kontrolle über Hormus abzurücken. Die Vereinigten Arabischen Emirate, als Verbündeter Washingtons, kündigten an, alle Handelsbeziehungen und Finanztransaktionen mit dem Iran bis auf Weiteres auszusetzen; das bilaterale Handelsvolumen wird auf Dutzende Milliarden US‑Dollar jährlich geschätzt.
Eine solche Aussetzung würde die Wirtschaftsbeziehungen erheblich beeinträchtigen, doch das Wall Street Journal wies darauf hin, dass viele Aktivitäten gezielt verschleiert sind und sich schwer kappen lassen.
Politische Motive und innenpolitischer Druck
Der Schritt kommt nur zweieinhalb Monate vor den US‑Parlamentswahlen; Trump steht innen‑ wie außenpolitisch unter Druck und braucht Erfolge für seine Wählerbasis. Berichte zeigen, dass es in Trumps „Krieg gegen den Iran“ seit Wochen keine erkennbaren Erfolge gibt; auf diplomatischer wie auf militärischer Ebene scheint es nicht voranzugehen.
Frühere behauptete Meilensteine, darunter ein Rahmenabkommen im Juni oder eine angebliche Einigung zur Entwaffnung der Hamas, hielten nur kurz. Vorigen März hatte Trump erklärt: „Wir haben gewonnen“ und suggerierte, die Sache sei in der ersten Stunde vorbei gewesen.
Parallel hatten US‑Regierungen bereits Sanktionen gegen Teheran verhängt, die Trump nun offenbar ausweiten will; er forderte zudem, Aktivitäten wie Ölschmuggel, Währungstauschabkommen, Geldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister und Tarnfirmen sofort zu stoppen. Gleichzeitig hat Trump in der Vergangenheit seine martialische Rhetorik mehrfach relativiert, und es besteht eine realistische Chance, dass er letztlich einen Rückzieher macht.
Als Beispiel pausierte er kurz vor einer selbst gesetzten Frist einen Extra‑Zoll auf Einfuhren aus Kanada.
Medien, Dokumente und offene Fragen
In mehreren Berichten erschienen Fotos: eines von Trump, aufgenommen am 14. August, und eines einer Frau neben einem Anti‑Trump‑Plakat in Teheran, aufgenommen am 19. August. Ein verlinkter n‑tv‑Artikel führte zu einer Fehlerseite (404), was eine der untersuchten Referenzen betraf.
Ein externer Inhalt von X.com wurde am 19. August gepostet, und mehrere der Berichte sind am 20. August 2026 datiert. Die Artikel basieren unter anderem auf Meldungen der Nachrichtenagenturen sda und dpa.
Trump forderte zuletzt, der Iran werde niemals Atomwaffen besitzen; er sagte außerdem, es brauche die Hilfe aller Verbündeten, um die vom Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen. Trump behauptete in seinen Äußerungen mehrfach, die iranische Marine, Luftwaffe und Rüstungsindustrie seien zerstört und die Währung wertlos; er sagte, das Land hänge am seidenen Faden und die Führung sei „am Ende“.
Die Frage, welche Staaten dem Beispiel der Emirate folgen und wie weit Washington bei Sanktionen gegen Drittstaaten gehen will, bleibt offen. Die Faktenlage zeigt eine Mischung aus rhetorischer Zuspitzung, regionalen Gegenreaktionen und unklarer Umsetzbarkeit — das macht die Drohung sowohl kurzfristig gefährlich als auch schwer planbar.
Hintergrund
Der Konflikt dauert fast sechs Monate; die Straße von Hormus ist seit Monaten zum geopolitischen Hebel geworden, China bleibt der größte Handelspartner Teherans, und bereits bestehende US‑Sanktionen sollen offenbar ausgeweitet werden.
Warum das wichtig ist
Die Drohung kann globale Energiepreise und Lieferketten beeinflussen und trifft direkt Verbraucher sowie politische Balanceakte vor den US‑Zwischenwahlen Anfang November.
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