Berlin. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von t-online zeigt die Linkspartei mit Spitzenkandidatin Elif Eralp bei 22 Prozent, CDU und AfD liegen jeweils bei 18 Prozent.
Politik
Linke zieht davon: Umfrage sieht Eralp vor CDU und AfD
Aktuelle Umfragen zeigen die Linke deutlich in Führung vor CDU und AfD, die SPD liegt abgeschlagen zurück. Die Wahl zum Abgeordnetenhaus steht kurz bevor.
Die Erhebung wurde vom Institut Forsa online bei 1.535 wahlberechtigten Personen im Zeitraum vom 4. bis 18. August durchgeführt und weist eine Fehlertoleranz von ±3 Prozentpunkten auf; die Ergebnisse wurden am 21. August 2026 veröffentlicht. Die Wahl zum Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt.
Wie die Parteien stehen
Die Grünen mit Bürgermeisterkandidat Werner Graf erreichen 16 Prozent, die SPD mit Spitzenkandidat Steffen Krach kommt auf 12 Prozent. BSW liegt bei 4 Prozent und die FDP bei 3 Prozent, sonstige Parteien addieren sich auf 7 Prozent. Laut der Umfrage würden Stimmen im Umfang von 14 Prozent durch das Scheitern einzelner Parteien an der 5-Prozent-Hürde verloren gehen.
In einer älteren Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung führte die CDU mit 20 Prozent vor der Linkspartei mit 19 Prozent; damals lag die AfD bei 17 Prozent, die Grünen bei 16 und die SPD bei 15 Prozent. Die Forsa-Daten zeigen gegenüber der Wahl 2023 folgende Veränderung: Linke +9,8, CDU -10,2, AfD +8,9, Grüne -2,4, SPD -6,4, BSW +4, Sonstige -2,1 Prozentpunkte.
Koalitionsrechnen
Kein Zweierbündnis käme nach der Umfrage auf eine absolute Mehrheit. Eine Koalition aus Linke, Grünen und SPD würde nach den Angaben zusammen 50 Prozent erreichen und hätte damit eine absolute Mehrheit; eine schwarz-grün-rote Konstellation käme auf 46 Prozent. Als beliebtestes einzelnes Regierungsbündnis nennt die Umfrage ein Bündnis aus Linke, Grünen und SPD mit 37 Prozent Zustimmung bei den Befragten.
Nur 13 Prozent wünschen sich eine Fortsetzung der aktuell regierenden Koalition aus CDU und SPD; 19 Prozent befürworten eine Koalition von CDU und AfD, die Union selbst hat eine Zusammenarbeit mit der AfD jedoch ausgeschlossen. Die amtierende Landesregierung in Berlin wird derzeit von CDU und SPD geführt; der Regierende Bürgermeister ist Kai Wegner.
Personalien und Wahlkampf
Nach Kritik an seiner Krisenkommunikation während eines tagelangen Stromausfalls im Januar zog sich Kai Wegner als Spitzenkandidat zurück. Für die CDU geht Stefan Evers als Bürgermeisterkandidat ins Rennen. Die AfD wird von Kristin Brinker angeführt. Bei den kleineren Parteien sind der FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer und der BSW-Spitzenkandidat Alexander King genannt.
Die Linkspartei fordert die Umsetzung des Volksbegehrens "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" von 2021 als Antwort auf steigende Mieten; der Landesvorsitzende Maximilian Schirmer betonte, der Auftrag gehe an jeden neuen Senat. Beim Volksbegehren 2021 sprachen sich fast 60 Prozent der Berliner für die Vergesellschaftung aus. Die Union lehnt Enteignungen ab und warnt, sie könnten den Wohnungsbau lahmlegen; die CDU verweist zugleich auf rund 80.000 im aktuellen Zeitraum gebaute Wohnungen und auf ein bereits beschlossenes Schneller-Bauen-Gesetz sowie eine neue Bauordnung.
Methodik und offene Grenzen
Die Forsa-Befragung erfolgte online; die Daten sind repräsentativ bei einer Fehlertoleranz von ±3 Prozentpunkten. Wahlumfragen bilden ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Befragung und sind mit Unsicherheiten behaftet, weil nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Entscheidungen die Gewichtung erschweren. Insgesamt haben mehrere Institute zuletzt Umfragen zur Berlin-Wahl veröffentlicht; ältere Ergebnisse sind unter anderem auf wahlrecht.de dokumentiert.
Rund 2,4 Millionen Personen sind zur Stimmabgabe aufgerufen, die Wahlbenachrichtigungen werden laut Behörden zwischen dem 10. und 30. August verschickt; bei der Wahl 2023 hatten Pannen eine Wiederholung erforderlich gemacht. Ob die Umfragewerte in tatsächliche Sitze übersetzen, hängt insbesondere von Überschreitung oder Scheitern an der 5-Prozent-Hürde ab.
Technik und Transparenz
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Hintergrund
Frühere Umfragen wechselten die Spitze zwischen CDU, Linke und AfD; bei der Wahl 2023 kam es zu Pannen, die eine Wiederholung notwendig machten. Die Mietenfrage und das Volksbegehren zur Vergesellschaftung prägen den Wahlkampf.
Warum das wichtig ist
Das Umfragebild beeinflusst Koalitionsdiskussionen in Berlin und die Aussichten für Wohnungsmarkt-Politik; betroffen sind Wähler, Senat und Immobilienpolitik.
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