In der kroatischen Hafenstadt Pula ist am Mittwochmorgen ein zweiter Tatverdächtiger im Fall der Sprengung der Nord‑Stream‑Pipelines festgenommen worden. Bei dem Festgenommenen handelt es sich nach Angaben der Ermittler um einen Ukrainer, der unter den Namen Wolodymyr S. bzw. Vladimir Z. geführt wird. Die Festnahme erfolgte auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls.
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Festnahme in Pula verschärft Nord‑Stream‑Ermittlungen
Ein zweiter Verdächtiger im Fall der Nord-Stream-Anschläge wurde in Kroatien festgenommen. Die Bundesanwaltschaft strebt seine Auslieferung nach Deutschland an, um die Hintergründe der Pipeline-Sprengungen aufzuklären.
Vorwürfe und Spuren
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten die gemeinschaftliche Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie verfassungsfeindliche Sabotage vor. Er soll einer der Taucher gewesen sein, die die Sprengsätze an den Leitungen anbrachten. Die Sprengsätze wurden von der Segeljacht „Andromeda“ aus in rund 80 Metern Tiefe platziert; an Bord der Yacht wurden Spuren der militärisch genutzten Stoffe Hexogen und Oktogen gefunden.
Dem Haftbefehl zufolge wurden mindestens vier Sprengsätze mit einem Gewicht von jeweils 20 bis 35 Kilogramm angebracht. Beim Anschlag im September 2022 wurden drei der vier Röhren der Nord‑Stream‑Pipelines so schwer beschädigt, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte.
Vorgeschichte der Ermittlungen
Der festgenommene Mann stand bereits zuvor im Visier der Ermittler. Der Generalbundesanwalt hatte ihn schon im vergangenen Jahr in Polen lokalisiert und die polnische Polizei um Festnahme gebeten. Damals wurde der Beschuldigte zwar inhaftiert, doch die polnische Justiz verweigerte die Auslieferung am 17.10.2025.
Als Begründung nannte ein Warschauer Richter, der Angriff könne als militärische Aktion eingeordnet werden und die deutsche Zuständigkeit sei wegen der Lage der Explosionen in internationalen Gewässern zweifelhaft. Deutschland will nun die Auslieferung beantragen; die endgültige Entscheidung trifft das zuständige kroatische Gericht.
Fahndungslage und mutmaßliches Netzwerk
Deutsche Ermittler gehen von einem arbeitsteiligen Täter‑Team aus. Ein weiteres mutmaßliches Mitglied, der Ukrainer Serhii K., wurde bereits von Italien an Deutschland ausgeliefert und befindet sich in Haft; sein Prozess soll in den kommenden Wochen in Hamburg beginnen. Serhii K. bestreitet die Tat.
Wer den Anschlag beauftragt hat, ist nach wie vor ungeklärt. Den Ermittlern fiel der jetzt Festgenommene früh auf: Einsatzfotos und ein Blitzerfoto zeigten ihn am 8. September 2022 mit einem Lieferwagen auf Rügen; Touristenfotos belegen den Wagen am Hafenbecken von Wiek, unweit der „Andromeda“. Über das Kennzeichen wurde der Halter, ein Chauffeur, identifiziert, welcher den Mann auf einem Foto erkannte. Dies führte schließlich zum Haftbefehl.
Persönliches, Reaktionen, Ausblick
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Hintergrund
Im September 2022 wurden drei von vier Nord‑Stream‑Röhren zerstört. Ermittler identifizierten ein mutmaßliches Täterteam, fanden Spuren auf der Jacht „Andromeda“ und stellten Haftbefehle gegen mehrere Verdächtige aus.
Warum das wichtig ist
Die Festnahme betrifft die Aufklärung eines internationalen Sabotageakts mit schwerwiegenden energie‑ und sicherheitspolitischen Folgen; Entscheider in Deutschland und Kroatien sind unmittelbar betroffen.
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