Donaustahl-Gründer versteckt sich – deutsche Behörden warnten vor russischer Aktion

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    Donaustahl-Gründer versteckt sich – deutsche Behörden warnten vor russischer Aktion

    Stefan Thumann, Gründer des bayerischen Drohnenherstellers Donaustahl, lebt nach eigenen Angaben im Untergrund, nachdem deutsche Sicherheitsbehörden ihn kurz vor Weihnachten 2025 vor einer mutmaßlichen russischen Geheimdienstoperation gewarnt hatten.

    Bundeskompass Redaktion Stand: Samstag, 22.08.2026 | 19:32 Lesedauer: 2 Min.

    Hutthurm/Berlin – Stefan Thumann, Gründer und Chef des bayerischen Drohnenherstellers Donaustahl, lebt nach eigenen Angaben „de facto im Untergrund“, weil deutsche Behörden ihn kurz vor Weihnachten 2025 vor einer mutmaßlichen Operation des russischen Militärgeheimdiensts gewarnt haben.

    Warnung, Reaktion, Alltag

    Nach Darstellung Thumanns wechselte er häufig seinen Aufenthaltsort und schlafe „in meinem Büro, neben meinem Rechner“, um rund um die Uhr zu arbeiten und nicht an die Lage zu denken; er habe zudem Testament, Patientenverfügung und Organspendeerklärung verfasst. Thumann ist 39 Jahre alt und sagte, die Lage sei ein persönlicher Bruch mit dem normalen Unternehmerleben.

    Die Generalbundesanwaltschaft ließ im März zwei Personen festnehmen, denen vorgeworfen wird, Thumann ausgespäht zu haben; Ermittler sehen in dem Ausspähen die mutmaßliche Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson. Laut Berichten sollen mutmaßliche „Wegwerf-Agenten“ den Wohnort des Unternehmers in Bayern ausspioniert haben.

    Geschäft und mögliche Motive

    Donaustahl hatte nach Angaben des Unternehmers Kampfdrohnen an die Ukraine geliefert; Thumann sagte, die Systeme seien für den Krieg gegen Russland bestimmt. Er hatte das Geschäft unter anderem auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2024 in Berlin angebahnt und war sich damals schon bewusst, dass er damit ins Visier russischer Dienste geraten könnte.

    Der Rüstungsmanager schilderte, er fürchte eine Ermordung durch Russland; er formulierte die Lage so: er liefere sich „ein Duell um mein Leben“ mit dem russischen Militärgeheimdienst. Diese Einschätzung steht nicht allein: In Deutschland häufen sich Berichte über Drohnensichtungen und es gab Vorfälle wie eine an einer Drohne befestigte Sprengladung am Flughafen Leipzig, die von vielen Beobachtern Russland zugerechnet werden.

    „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben.“ – Stefan Thumann, Gründer und Geschäftsführer, Donaustahl GmbH

    Ermittlungen und Sicherheitslage

    Nach Darstellung der Ermittler diente das Ausspähen der Vorbereitung weiterer Operationen; Thumann bezeichnete die Festnahmen als Schock. Sicherheitsbehörden hatten ihn nach eigenen Angaben informiert, woraufhin er sein Verhalten änderte und eng mit Behörden zusammenarbeite, soweit möglich.

    In der Vergangenheit soll auch ein Anschlag auf den Rheinmetall-Chef Armin Papperger vereitelt worden sein; US-Geheimdienste hatten deutsche Behörden davor gewarnt. Die Verknüpfung einzelner Vorfälle mit direkter Verantwortung russischer Dienste bleibt in Teilen, die Ermittlungen laufen.

    Kosten, Kontrolle, offene Fragen

    Die Entwicklung wirft Fragen nach Schutzpflichten und Kosten auf: Welche Schutzmaßnahmen zahlen Staat und Firmen, wer trägt die Sicherheitskosten für Manager, deren Produktionen in Konflikten genutzt werden, und welche Rolle spielen präventive Hinweise ausländischer Dienste? Für Firmenchefs in der Rüstungsbranche bleibt unklar, welche staatlichen Unterstützungsleistungen im Einzelfall vorgesehen sind.

    Der Fall Thumann zeigt, dass kleine, junge Rüstungsfirmen, die etwa seit 2020 gegründet wurden, plötzlich geopolitische Zielscheiben werden können; Thumann selbst gründete das Unternehmen nach eigenen Angaben im Jahr 2020. Er beschreibt den Alltag im Versteck und die psychische Belastung; zugleich bleibt offen, ob hinter den festgenommenen Personen direkte Verbindungen zu einem ausländischen Nachrichtendienst stehen.

    Die Untersuchung der Vorfälle und die möglichen weiteren Festnahmen werden von der Generalbundesanwaltschaft begleitet; Quellen nennen afp, Stern und RTL als Informationslieferanten. Für die Öffentlichkeit bleibt relevant, wie Staatsschutz, Justiz und Firmen Verantwortung und Kosten künftig regeln.

    Hintergrund

    Donaustahl ist ein bayerischer Drohnenhersteller, der nach Angaben des Gründers Kampfdrohnen an die Ukraine lieferte; bereits auf der ILA 2024 baute Thumann die Geschäftsbeziehungen aus. In Deutschland sorgten zuvor Drohnenvorfälle und ein vereitelter Anschlagsversuch auf Rheinmetall-Chef für erhöhte Wachsamkeit.

    Warum das wichtig ist

    Der Fall berührt Staats- und Unternehmensschutz, weil Rüstungsfirmen und deren Führungspersonen zum Ziel ausländischer Geheimdienste werden können; betroffen sind Justiz, Sicherheitsbehörden, Unternehmen und Beschäftigte in der Verteidigungsbranche.

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