CDU-Bürgermeister spendet 10.000 € an AfD – und ruft zur Wahl auf

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    CDU-Bürgermeister spendet 10.000 € an AfD – und ruft zur Wahl auf

    Bernd Prange, 59-jähriger CDU-Ortsbürgermeister aus Sachsen-Anhalt, hat zwei Spenden über je 5.000 Euro an die AfD geleistet und kündigt an, am 6. September sein Kreuz für die AfD zu machen. Die CDU droht mit Parteirechtlichen Schritten.

    Bundeskompass Redaktion Stand: Samstag, 22.08.2026 | 19:32 Lesedauer: 2 Min.

    Altmärkische Höhe, Sachsen-Anhalt – Ein CDU-Ortsbürgermeister sorgt zwei Wochen vor der Landtagswahl für Aufruhr: Bernd Prange hat nach eigenen Angaben zweimal 5.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt überwiesen, insgesamt also 10.000 Euro, und ruft öffentlich dazu auf, die AfD bei der Wahl am 6. September 2026 zu wählen.

    Der offene Brief und seine Forderungen

    In einem offenen Brief, den die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung im Wortlaut dokumentiert, erklärt Prange, dass er seine konservativen Werte wie Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und Schutz kultureller Identität in der CDU immer weniger wiederfinde.

    Prange, 59 Jahre alt und seit 35 Jahren Mitglied der CDU, ist Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe und langjähriges Kreistagsmitglied im Kreistag Stendal. Er schreibt, er habe die Spenden «nicht aus Trotz» getätigt, sondern aus «tiefer Sorge um unser Land» und hofft, die AfD werde eine absolute Mehrheit erreichen.

    Reaktionen aus der CDU

    Der Landesgeneralsekretär der CDU in Sachsen-Anhalt, Mario Karschunke, kündigte parteiinterne Konsequenzen an und erklärte, die Darstellung werde sehr ernst genommen; das Vorgehen könne einen „sehr schwerwiegenden parteirechtlichen Vorgang“ darstellen. Der Kreisvorstand von Stendal wird den Fall prüfen, in Abstimmung mit Chris Schulenburg MdL, dem CDU-Vorsitzenden des Kreisverbandes Stendal.

    "Niemand ist gezwungen, Mitglied unserer Partei zu bleiben, wenn er ihre politischen Grundüberzeugungen nicht mehr teilt." – Mario Karschunke, Landesgeneralsekretär der CDU Sachsen-Anhalt

    Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze hatte zuvor in einem Interview versichert, ein Wechsel von CDU-Politikern zur AfD werde «nicht passieren». Prange betont, er wechsle nicht zur AfD, fordert aber gleichzeitig die Absetzung von Friedrich Merz als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der Union aufgibt.

    Motivation und lokale Praxis

    Prange begründet sein Vorgehen mit einem empfundenden Linksruck der CDU und kritisiert, die Partei akzeptiere oder forciere Zusammenarbeit mit linken Kräften. Er verweist zudem auf die praktische Zusammenarbeit im Kreistag Stendal, wo seiner Darstellung nach die Zusammenarbeit mit der AfD-Fraktion «gut und konstruktiv» funktioniere und Schäden durch linke Initiativen abgewendet worden seien.

    Nach eigenen Angaben hat Prange zwei Überweisungen à 5.000 Euro vorgenommen; er kündigt an, am 6. September persönlich sein Kreuz bei der AfD zu machen und hofft, dass viele Konservative seinem Beispiel folgen.

    Wahlkontext und Einstufung

    Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. In Umfragen liegt die AfD in dem Land laut Berichterstattung jenseits der 40 Prozent und damit deutlich vor der CDU. Die Partei wird in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

    Die Berichterstattung über Pranges Brief und die Spenden begann mit einem Beitrag der Magdeburger Volksstimme; die Fälle wurden anschließend von größeren Medien aufgegriffen. Landesvorsitzende und Kreisgremien prüfen nun, wie sie mit einem möglichen Parteiausschlussverfahren umgehen.

    Konsequenzen und Ablauf

    Die CDU-Landesgeschäftsführung hat den Fall an den zuständigen Kreisvorstand verwiesen; Mario Karschunke forderte eine genaue Prüfung und wies zugleich darauf hin, dass niemand gezwungen sei, Mitglied zu bleiben, wenn politische Grundüberzeugungen nicht mehr geteilt würden.

    Ob ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet wird, hängt nun von den Ergebnissen der Prüfung durch den Kreisvorstand Stendal ab; die thematische Debatte dürfte die CDU-Landespartei noch vor der Landtagswahl beschäftigen.

    Hintergrund

    Die AfD liegt in Umfragen in Sachsen-Anhalt stark vorn und wird dort vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Innerhalb der CDU gibt es Spannungen über mögliche Kontakte zu linken Parteien und interne Kritik am Kurs der Landesführung.

    Warum das wichtig ist

    Der Fall betrifft die politische Debatte vor der Landtagswahl und die Glaubwürdigkeit der CDU in Sachsen-Anhalt; er könnte parteirechtliche Folgen für den Kreispolitiker haben und die Wähler beeinflussen.

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