Anthropic stellt Enterprise-Kunden seit dem 21. August 2026 Schwachstellenscans mit dem Modell Claude Mythos 5 in Claude Security zur Verfügung.
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Anthropic öffnet Claude Mythos 5 für Verteidiger: KI analysiert Code und schlägt Patches vor
Anthropic bietet sein fortschrittliches KI-Modell Claude Mythos 5 in Claude Security an. Enterprise-Kunden können damit ab sofort Code auf Schwachstellen prüfen und Patches vorschlagen lassen.
Wie Mythos 5 Code prüft
Mythos 5 gilt als Anthropics leistungsstärkstes KI‑Modell für Cybersicherheit. Das Modell analysiert nicht nur bekannte Muster, sondern bewertet, wie Codebestandteile über Dateien und Module hinweg zusammenwirken. Scan‑Ergebnisse enthalten Schweregrad, eine CWE‑Kategorie, eine Vertrauensbewertung und einen vorgeschlagenen Fix, und sie können Angaben zur Reproduzierbarkeit enthalten. Neu bei Claude Security sind geplante Scans, CSV‑Export sowie Slack‑ und Jira‑Anbindungen.
Bereitstellung, Abrechnung und Zugriff
Enterprise‑Kunden können Mythos‑5‑Scans durchführen, ohne direkten Rohzugang zum Modell zu erhalten; der rohe Zugang bleibt Project Glasswing vorbehalten. Scans werden nach Token‑Verbrauch abgerechnet; Anthropic verlangt kein separates Add‑On, und Administratoren aktivieren die Funktion in der Admin‑Konsole.
Jeder von Mythos vorgeschlagene Patch wird vom Nutzer geprüft und genehmigt, bevor er übernommen wird. Claude Security war zuvor im Februar 2026 als interne Research Preview namens Claude Code Security getestet und ging am 30. April in eine öffentliche Beta über.
Partner, Fonds und gestufte Einführung
Anthropic arbeitet mit Sicherheitsanbietern zusammen; Unternehmen wie CrowdStrike, Palo Alto Networks, SentinelOne und Wiz integrieren Opus‑Modelle und Mythos‑Funktionen in ihre Produkte. Das Unternehmen gründet den Defender Advantage Fund (0xDAF) und verpflichtet 35 Millionen Dollar an Claude‑Guthaben für Organisationen, die Open‑Source‑Software absichern.
Das Cyber Verification Program, das geprüften Organisationen reduzierte Schutzmaßnahmen bietet, wird erweitert, um breitere Dual‑Use‑Fähigkeiten abzudecken und später Mythos‑Klassenzugang zu ermöglichen. Project Glasswing startete am 7. April 2026 und stellte einer kleinen Gruppe eine Claude Mythos‑Preview zur Verfügung; das Programm war mit bis zu 100 Millionen Dollar an Nutzungsguthaben und vier Millionen Dollar an direkten Spenden ausgestattet.
Ergebnisse der Preview und Preise
Die Mythos‑Preview entdeckte Tausende hochgradiger Schwachstellen, darunter einen 27 Jahre alten Fehler in OpenBSD und einen 16 Jahre alten Bug in FFmpeg. Am 9. Juni 2026 teilte Anthropic das Basismodell in Claude Fable 5 für die Allgemeinheit und Claude Mythos 5 für geprüfte Nutzer auf.
Anthropic begründet die gestufte Einführung damit, dass die Gefahr vor allem dort bestehe, wo Nutzer direkten Modellzugang hätten, während bei konkreten, beschränkten Ausgaben wie einem Patch das Missbrauchsrisiko sinke. Der Listenpreis für Mythos 5 lag bei zehn Dollar pro Million Eingabetoken und fünfzig Dollar pro Million Ausgabetoken; das war weniger als die Preview‑Preise von 25 und 125 Dollar.
Risiken und Externe Bewertungen
Anthropic hatte ein früheres Modell namens "Mythos" wegen seiner Angriffsfähigkeiten als zu gefährlich für eine Veröffentlichung eingestuft. Eine unabhängige britische Cybersecurity‑Behörde bestätigte starke Angriffsfähigkeiten des Mythos‑Ansatzes, primär gegen schwache, ungeschützte Netzwerke. Ähnliche Fähigkeiten wurden bereits beim veröffentlichten GPT‑5.5 von OpenAI festgestellt, wie Vergleichstests zeigten. Anthropic positioniert Claude Security als Versuch, Verteidigern vergleichbare Fähigkeiten wie Angreifern zur Verfügung zu stellen, ohne den vollen Modellzugang zu öffnen.
Zusammenhang mit früheren Produktphasen
Die Einführung von Mythos 5 in Claude Security ist Teil einer bewusst langsamen, dreiphasigen Ausrollstrategie des Unternehmens. Partner‑Integrationen folgen dem Prinzip, dass Endnutzer eines Partnerprodukts Mythos 5 nie direkt aufrufen, sondern nur definierte Artefakte wie Patch‑Listen erhalten.
Das Partner‑Ökosystem stützt sich auf Integrationen, die Anthropic seit Mai 2026 aufbaut, nachdem erste Firmen Cyber‑Produkte auf Opus‑Modellen konstruierten.
Michael Polansky und Outer Biosciences
Michael Polansky ist Mitbegründer und CEO von Outer Biosciences und Partner von Stefani Germanotta, besser bekannt als Lady Gaga. Outer Biosciences wurde 2022 mitbegründet; Mitgründer sind Polansky als CEO, Kyung‑Jin Jang als Chefwissenschaftler, Chris Hinojosa als CTO und Stanley King als Chief Business Officer, und Stefani Germanotta sitzt im Vorstand.
Das Unternehmen trainiert ein KI‑Modell auf noch lebender menschlicher Haut und hat über Jahre daran gearbeitet, menschliches Gewebe außerhalb des Körpers am Leben zu erhalten; laut Angaben kann es Haut über einen Monat leben erhalten.
Outer bezieht Haut, die nach Operationen entsorgt würde, von geprüften gemeinnützigen und kommerziellen Biobanken und Maklern, die unter Aufsicht eines Institutional Review Board arbeiten und dokumentierte Spendereinwilligungen vorlegen.
Hauptlieferanten sind der National Disease Research Interchange und das Cooperative Human Tissue Network, beide erhalten Bundesmittel von den NIH und dem National Cancer Institute, und Outer zahlt Gebühren auf Kostenersatzbasis. Das Unternehmen verbrachte rund zwei Jahre mit dem Aufbau der Lieferkette und der Handhabung der Protokolle; Kyung‑Jin Jang sitzt zudem im wissenschaftlichen Beirat von Haus Labs, der Kosmetikmarke von Germanotta mit etwa 70 Mitarbeitern.
Polansky wuchs in Minnesota auf, studierte angewandte Mathematik und Informatik an der Harvard University und schloss 2006 ab, arbeitete danach drei Jahre bei Bridgewater Associates und zog 2009 nach San Francisco. Er war Prinzipal beim Founders Fund, leitete später das Family Office von Sean Parker, half bei der Gründung des Parker Institute for Cancer Immunotherapy und ist dort Executive Director; er traf Stefani Germanotta 2019 auf einer Geburtstagsparty von Sean Parker.
Ausblick
Claude Security mit Mythos 5 soll Verteidigern erweiterte automatisierte Code‑Analysen liefern, während Anthropic präventive Schutzmaßnahmen und gestufte Programme wie das Cyber Verification Program und den Defender Advantage Fund nutzt, um Missbrauch zu begrenzen.
Hintergrund
Anthropic hatte zuvor eine Mythos‑Preview über Project Glasswing betrieben, die Tausende hochgradiger Schwachstellen fand; das Unternehmen verfolgt eine gestufte, dreiphasige Einführung, um Missbrauchsrisiken zu minimieren.
Warum das wichtig ist
Die Maßnahme gibt Verteidigern fortgeschrittene automatisierte Analysefähigkeiten und betrifft Anbieter kritischer Software sowie Unternehmen mit sensiblen Infrastrukturen.
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